Sir Jim Ratcliffe: „Wird INEOS‘ Project ONE Europas letzte Investition in die petrochemische Industrie sein?“
- Die von INEOS in Project ONE investierten 4,5 Milliarden Euro werden die CO2-Emissionen um zwei Drittel senken und die Versorgung mit Chemikalien sichern, auf die Europa in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Energie und Verteidigung angewiesen ist.
- Europa behauptet, genau diese Art von Projekt zu unterstützen, doch der „Innovationsfonds“ hat es abgelehnt. Wenn Project ONE nicht förderfähig ist, funktioniert das System nicht.
- Der neue ETS Investment Booster ist ein Test für die Glaubwürdigkeit der Kommission. Wenn es Europa ernst damit ist, die Industrie zu dekarbonisieren und wettbewerbsfähig zu bleiben, muss es echte Projekte unterstützen, die jetzt und in großem Maßstab umgesetzt werden, und nicht nur ferne Ambitionen.
- Die Investoren beobachten die Lage. Wenn Projekte wie dieses ignoriert werden, wird weiterhin Kapital abwandern – und mit ihm die Billionen Euro schwere Chemieindustrie als Stütze der europäischen Wirtschaft.
- Unterstützen Sie Projekte wie Project ONE oder akzeptieren Sie, dass dies das letzte seiner Art in Europa sein könnte.
Der nachfolgende Beitrag ist von Sir Jim Ratcliffe.
INEOS investiert 4,5 Milliarden Euro in eine hochmoderne petrochemische Anlage auf Weltklasseniveau in Antwerpen, Belgien, welche die CO₂-Emissionen im Vergleich zu einem durchschnittlichen Cracker in Europa um zwei Drittel senkt. Die Billionen Euro schwere Chemieindustrie ist eine der größten und wichtigsten Branchen Europas.
Während Europa immer mehr Schließungen verzeichnet – 200 in den letzten drei Jahren – und Unternehmen die Region verlassen, um sich auf Investitionen in den USA und China zu konzentrieren, bekennt sich allein INEOS zu Europa: durch die Investition in den einzigen neuen Cracker, der seit 30 Jahren in Europa errichtet wird.
Der Project ONE-Cracker wird Europas energieeffizientester Cracker für die Produktion von Ethylen sein. Ethylen ist ein lebenswichtiger Rohstoff, der ein wichtiger Baustein für die gesamte chemische Industrie in Europa ist. Er unterstützt somit kritische Sektoren wie Gesundheit und Pharmazie, Lebensmittelerzeugung, sauberes Wasser, Technologieentwicklung, Kommunikation, Energie und Verteidigung. Ohne Ethylen und die nachfolgenden Chemikalien kann Europa keine Krankenhäuser betreiben, Menschen ernähren oder Rüstungsgüter herstellen. Ethylen ist für die nationale Sicherheit unerlässlich.
Investitionen wie diese sind nicht nur notwendig, damit Europa seine CO2-Emissionsreduktionsziele erreichen kann, sondern auch entscheidend für die Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit und die Sicherung der Versorgung mit strategisch wichtigen Rohstoffen.
Trotz dieser Vorteile hat das Project ONE von INEOS keine Unterstützung aus EU-Förderprogrammen erhalten, wie beispielsweise dem Innovationsfonds, der sich selbst als „EU-Fonds für Klimapolitik mit Schwerpunkt auf Energie und Industrie“ bezeichnet und behauptet, „Lösungen auf den Markt zu bringen, um die europäische Industrie zu dekarbonisieren und ihren Übergang zur Klimaneutralität zu unterstützen, während gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit gefördert wird“. Wenn Project ONE diese Ziele nicht erfüllt, was dann?
Die Europäische Kommission hat kürzlich einen neuen Fonds angekündigt – den ETS Investment Booster. Wenn es Europa ernst damit ist, Investitionen in die Dekarbonisierung seiner Industrie zu unterstützen, dann muss dieser Fonds reale zeitnah zu verwirklichende Investitionen wie Project ONE fördern. Andernfalls wird die Industrie jegliches verbleibende Vertrauen in Europa verlieren und Project ONE läuft Gefahr, Europas letzte bedeutende Investition in die eine Billionen Euro schwere chemische Industrie zu sein. Project ONE braucht die Unterstützung aus Europa.“